Ein Nachruf

Wie Ihr wisst, schreibe ich auf meinem Blog nicht allzu viel über mich persönlich und kommentiere auch das aktuelle Tagesgeschehen nur gelegentlich, denn wenn ich mich hier über alles auslassen würde, was mich (privat, politisch, gesellschaftlich) beschäftigt, käme ich zu nichts anderem mehr. 😉

Aber dann gibt es doch Dinge, die einen daran hindern, einfach locker-flockig den nächsten Beauty-Blogpost zu posten. Geplant war „Drei Produkte von… Manhattan“ (kommt auch bald), aber ich saß da und hatte das Gefühl, einfach nichts schreiben zu können, ohne zu erwähnen, dass Chester Bennington gestorben ist!

Ja, ich war auch bei Michael Jackson und Heath Leadger geschockt und konnte es nicht fassen, und bei manch anderem Promi, der in den letzten Jahren gestorben ist, war ich auch „irgendwie traurig“.

Aber Chester ist der erste, bei dem ich weinen musste, als ich es erfuhr, und bei dem es mich den ganzen Tag beschäftigt. Ich habe das Album „Minutes to midnight“ von Linkin Park in meinem Studium rauf und runter gehört. Die Lieder sind quasi der Soundtrack dieser besonderen Zeit in meinem Leben.  Mich hat Chesters Stimme sehr berührt und fasziniert – er gehört zu den Sängern, bei denen man merkt, dass er mit Leib und Seele in seiner Musik steckt. Das findet man nicht allzu häufig.

„Leave out all the rest“ war eines meiner Lieblingslieder.

„What am I leaving
When I’m done here?“

und

„When my time comes
Forget the wrong that I’ve done
Help me leave behind some reasons to be missed“

waren Zeilen, die mir schon damals zu Herzen gingen. Ich glaube, die meisten Menschen fragen sich ab und zu, was das eigene Leben wert ist, für wen man wirklich unersetzlich ist und was von einem bleibt, wenn man mal nicht mehr da ist. Und ich glaube, jeder hat diese Momente, in denen sich alles nur sinnlos anfühlt. Aber wie sehr muss einem das Leben zur Hölle geworden sein, um so einen Weg zu wählen wie er?

Unter vielen herzlichen und aufrichtigen Kommentaren im Internet gab es auch ein paar, die monieren, dass es doch furchtbar egoistisch sei (auch noch als Vater von sechs Kindern) Suizid zu begehen. Ja, es ist egoistisch. Aber es ist diese verfluchte Krankheit Depression, die einen so werden lässt; die einem als Realität vorgaukelt, dass es ohnehin niemanden geben würde, der einen schmerzhaft vermissen wird! Familie, Freunde, Millionen Fans… nichts kommt gegen die Dämonen an, die einem alles verleiden und zu so einer Tat veranlassen können, und das finde ich unglaublich traurig.

Was für ein Widersinn: So oft sind es gerade die Menschen mit besonderem Talent, Menschen, die so viel zu geben haben, die selbst mit den größten Zweifeln und innerer Leere, mit Ängsten, Traurigkeit, Überforderung, Einsamkeit und Sinnlosigkeit zu kämpfen haben.

R.I.P. Chester. Ich hoffe, es geht dir besser dort wo du jetzt bist.

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